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Tarifabschluss – 75% der ver.di Mitglieder stimmen zu!

Mit einer Zustimmung von mehr als 75 % haben sich jetzt die ver.di-Mitglieder im Tarifgebiet TÜV BUND für die Annahme des Tarifabschlusses ausgesprochen.

Damit ist jetzt der Weg frei und die getroffenen Vereinbarungen können in Kraft treten:

  • ab Mai 2018 eine tabellenwirksame Erhöhung der Gehälter um 3,2 %,
  • im Jahr 2019 gibt es einmalig 1.500 Euro mehr Geld, ausgezahlt in 2 Tranchen,
  • ver.di-Mitglieder (TÜV Nord) können die Einmalzahlung in Urlaubstage wandeln. Sie  erhalten dann maximal 35 Urlaubstage (für jeweils 250 Euro aus der Einmalzahlung gibt es 1 Urlaubstag mehr)

Androhung weiterer Streiks brachte den Durchbruch

Mit zwei Zielen waren wir in diese Tarifrunde gegangen:

  • Wir wollten die Tätigkeit bei den Firmen des TÜV BUND weiter aufwerten und Abschlüsse ganz eindeutig oberhalb der Inflationsrate erzielen.
  • Wir wollten neue Wege in der Tarifpolitik beschreiten und den Beschäftigten eine Wahlmöglichkeit zwischen Gehaltserhöhung und mehr Freizeit eröffnen.

Beides haben die Arbeitgeber in mehreren Verhandlungsrunden entschieden abgelehnt.

Wir haben deshalb einen Schnitt gemacht und zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Das Ergebnis hat alle überrascht: 1.000 Warnstreikende bundesweit – in Hannover, Essen, Hamburg – und die vielen »kleineren« Standorte wie Kiel, Göttingen, Braunschweig, Syke, Oldenburg, Bremen, Verden, Gifhorn haben ebenfalls gestreikt. Zudem gab es Solidaritätsaktionen beim TÜV Hessen und der GRS.

Das hat gesessen! Wir hatten eine super Stimmung, eine hohe Streikbereitschaft und eine entschiedene Unterstützung unserer Forderungen – das ist auch den Arbeitgebern nicht entgangen und sie haben zügig auf einen Kompromiss gesetzt.

Die Richtung stimmt.

25 % der ver.di-Mitglieder haben gegen den Tarifabschluss gestimmt. Die Einwände machen sich an 2 Punkten fest:

  • Für den April 2018 und das Jahr 2019 konnten wir nur Einmalzahlungen durchsetzen, die als langfristige Gehaltserhöhung nicht wirksam werden.
  • Auch die Wahlmöglichkeit »Freizeit statt Geld« für ver.di-Mitglieder gilt ebenfalls nur für diesen Abschluss und (noch) nicht darüber hinaus.

Diese »Einwände« markieren das, was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben: noch mehr Engagement, noch mehr Mitglieder, noch mehr Aktions- und Streikfähigkeit. Auf dieser Basis kämpfen wir dann in der nächsten Tarifrunde für eine durchweg tabellenwirksame Erhöhung der Gehälter und für die Festschreibung einer Wahlmöglichkeit zwischen »Geld« und »Freizeit«. Ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung ist getan.

Wir danken allen, die sich in den letzten Wochen und Monaten aktiv beteiligt haben und auch allen, die neu in ver.di eingetreten sind. Ihr habt dieses Ergebnis möglich gemacht.

TÜV Bund, 23.05.2018 | Wir kommen so nicht weiter. Jetzt sind 2,4 Prozent geboten für 2018 (immerhin ein Plus von 0,4% zum letzten Angebot) und die gleichen 1.000 Euro brutto Einmalzahlung für 2019 (das entspricht 4 Urlaubstagen). Die Wahlmöglichkeit für die 4 Tage Extraurlaub gibt es nur für verdi-Mitglieder. Unsere Antwort ist Streik.

TÜV Bund, 13.05.2018 | Die Arbeitgeberseite hat sich positioniert – das Wahlmodell kann kommen. Die Arbeitgeber bieten das Modell nur für ver.di-Mitglieder an. 2018 erhalten alle eine prozentuale Erhöhung. 2019 können ver.di-Mitglieder wählen, ob sie ihre Jahresgehaltserhöhung (Einmalzahlung) in freie Urlaubstage umwandeln wollen. Aktuell sind vier Tage im Gespräch.

TÜV Bund, 25.04.2018 | Das war noch nichts. Kein Angebot in der 3. Runde. Die jährliche Erhöhung von 1,4% für 2018 bleibt aus Arbeitgebersicht auch weiterhin das Maß aller Dinge.

TÜV Bund, 03.04.2018 | Das war der »bold move« (mutige Schritt) der Arbeitgeberseite – sie bieten Inflationsausgleich (nicht auf Jahresbasis, sondern auf dem niedrigen Niveau des Monats Februar). Und Sie sperren sich gegen den Wunsch der großen Mehrheit der Beschäftigten, die endlich eine Wahl haben wollen zwischen »Kohle« und »Kanaren«.

TÜV Bund, 28.02.2018 | Arbeitgeber diskutieren Kohle oder Kanaren – ver.di beharrt auf Wahlmöglichkeit. In der ersten Verhandlung wurden nur die jeweiligen Positionen dargelegt. Ein Angebot von Seiten der Arbeitgeber gab es nicht. Zu erwarten war, dass von Arbeitgeberseite Vorbehalte gegenüber unserem Wahlmodell geäußert wurden.

TÜV NORD, 13.02.2018 | Am 1. März 2018 wählen die Beschäftigten der TÜV Nord AG ihre Vertreter in den Aufsichtsrat der Holding. ver.di und  IG BCE, Ihre Gewerkschaftsvertreter im TÜV NORD Aufsichtsrat, kandidieren und stellen sich hier vor.

TÜV SÜD, 29.01.2018 |  Teilzeitbeschäftigte müssen bei ungeplanten Überstunden bereits dann den Zuschlag erhalten, wenn diese anfallen. Das „Abwarten“ bis die Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten erreicht ist, ist bei solchen Überstunden nicht notwendig. Dies wäre eine Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten, und damit rechtswidrig.

TÜV Bund, 20.01.2018 | 3/4 der Mitglieder haben in dem Mitgliedervotum entschieden: Wir wollen wählen können, ob die Gehaltserhöhung ausgeschüttet wird in einer regulären prozentualen Erhöhung der Gehaltstabelle (Kohle). Oder ob der Betrag dauerhaft in Zeit ausgeschüttet wird und als Urlaubstage genommen werden kann (Kanaren). Außerdem hat die Tarifkommission über unsere Forderungen beschlossen.

TÜV Bund, 11.12.2017 |  In Vorbereitung der Tarifrunde 2018 führen wir bei ver.di-Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern eine Befragung durch. Will ich Euros oder mehr freie Zeit? Wir wollen gerne mit Euch darüber ins Gespräch kommen, ob wir, neben den üblichen Prozenten, ein Wahlrecht auf freie Zeit im Tarifvertrag verankern. Bitte beteiligt Euch zahlreich.

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