800 Euro mehr für alle

Gesucht: Wertschätzung in Zeiten von Corona

Liebe Mitglieder, am Freitag letzter Woche hat die Tarifkommission mit großer Mehrheit grünes Licht gegeben für die Annahme dieses Tarifergebnisses. Damit schließen wir das Kapitel »Tarifrunde 2020« für dieses außergewöhnliche Jahr.

Infektionszahlen von über 20.000 und auch die Aussicht nur noch im Home-Office streiken zu können waren mit ausschlaggebend für die Annahme dieses Abschlusses.

Für die großartige Unterstützung vor Ort und im Home-Office, für Euer breites Interesse und die wirklich guten Rückmeldungen auf unsere Tarifbefragungen möchten wir uns herzlich bedanken. Mit dieser Entwicklung sehen wir dem »Jahr der Prozente« – also dem Tarif für 2021 – mit Freude entgegen.

Wir haben den größten Teil der Streikgeld-Unterstützung schon ausgezahlt. Falls Ihr dazu Fragen habt oder andere Themen Euch bewegen, meldet uns diese bitte unter der Adresse fb13.hh@verdi.de

Abschließend will ich noch einmal betonen, dass wir eine sogenannte Maßregelungsklausel abgeschlossen haben. Niemand darf also wegen seiner oder ihrer Teilnahme am Streik in irgendeiner Art und Weise von Arbeitgeberseite belangt werden. Falls Euch so etwas dennoch widerfahren sollte, wäre ich für eine kurze Rückmeldung sehr dankbar.

Bleibt aktiv und gesund – denn 2021 wir das Jahr der Prozente und dafür brauchen wir die Kraft der Vielen.

Mit kollegialen Grüßen

Peter Bremme 


 
Tarifinfo 13

800 Euro mehr für alle

PROZENTE GIBT ES IM APRIL 2021

So ist die Kurzformel der Einigung in der Tarifrunde TÜV BUND. Zur Abwendung eines weiteren Streiks haben die Arbeitgeber ein verbessertes zweites Angebot vorgelegt. Die Tarifkommission konnte das Angebot verbessern.

Herausgekommen ist folgendes:

  • 800 Euro Corona-Prämie (brutto für netto) für alle Beschäftigten für das Tarifjahr 2020.
  • Wir wollten den gesamten Rahmen der 1.500 Euro ausschöpfen, dazu waren die Arbeitgeber nicht bereit. Ebenso haben sie abgelehnt, für Unternehmen, die wirtschaftlich besser dastehen, die Corona-Prämie zu erhöhen. Somit konnten wir erreichen, dass – anders als bei den anderen TÜVs – die Corona-Prämie an alle Mitarbeiter*innen der Unternehmen der Tarifgemeinschaft ausgezahlt wird.
  • Die Tarifparteien verpflichten sich, beginnend mit dem 1.4.2021, für die Laufzeit des kommenden Tarifvertrages, die tabellenwirksame Anpassung der Vergütung zu vereinbaren (dies schließt eine Absenkung der Tabellenwerte aus).

Allein über den Text dieser Passage haben wir zwei Stunden lang verhandelt. Herausgekommen ist eine Verpflichtung, ab dem 1.4.2021 Prozente zu zahlen.

Maßregelungsklausel
Niemand darf wegen seiner oder ihrer Streikbeteiligung benachteiligt werden.

Klarstellungen zum Thema Homeoffice
Alle Unternehmen werden Klarstellungen über die Abrechnungsmöglichkeit von Homeoffice und über die steuerliche Betrachtung von Homeoffice über ihre jeweiligen Möglichkeiten (Intranet) veröffentlichen.

Thematischer Fahrplan für das erste Quartal
Um die Themen für die Tarifrunde 2021 verhandelbar zu machen, wird ein inhaltlich-thematischer und organisatorischer Zeitplan ausgearbeitet, der folgende Themen umfasst:

  • Kohle oder Kanaren
    • Evaluation
    • Denkbare Modelle
  • Klarstellung Grading
  • Tarifliche Regelung zur Erfolgsbeteiligung
  • Homeoffice
  • Terminleiste für die Gehaltsrunde

Wieso hat die Tarifkommission diesem Ergebnis zugestimmt?

  • Unser Streik hat viel Bewegung in die Verhandlungen gebracht.
  • Ohne ihn gäbe es keine Verdoppelung des Angebots von 400,- auf 800,- Euro Corona-Prämie.
  • Wir konnten die Laufzeit um 3 Monate auf den 31. März 2021 verkürzen und dem Arbeitgeber eine Zusage abtrotzen, Prozente zu zahlen. Unser Hauptziel dieses Jahr – Prozente zu zahlen – haben wir nicht erreicht.
  • Der Hauptgrund liegt in der Corona-Pandemie.

Wir wollten in Zeiten eines Lockdown-light nicht zu weiteren Ansteckungsmöglichkeiten beitragen. Auch ein Homeoffice-Streik schien uns nicht erfolgversprechend. Das konnten wir an der bisherigen Streikbeteiligung ablesen.
Die einjährige Laufzeit bringt uns dazu, nun alle Kraft in die kommenden Verhandlungen zu setzen.

Wir wollen die qualitativen Themen bewegen (Wahlmodell für ver.di-Mitglieder, Erfolgsbeteiligung, einen Tarifvertrag Homeoffice ...).

Die kommende Tarifrunde beginnt jetzt!

Unerwähnt bleiben soll nicht: die Arbeitgeber haben sich hartnäckig geweigert Prozente zu zahlen. Seit 2018 gab es keine tabellenwirksame Erhöhung. Das macht den Erwartungsdruck höher – das sollten die Arbeitgeber jetzt schon einpreisen.

Wir konnten unsere Reichweite für den Streik erweitern. Zu den erfahrenen Streikstandorten wie Essen, Hamburg und Hannover sind viele Städte dazugekommen. Die GRS hat zum ersten Mal gestreikt und der TÜV Hessen war kurz davor. Eure Entschlossenheit hat viel bewegt.

Tausend Dank für Euren Mut!

  • Danke auch an diejenigen, die in der Tarifrunde ver.di-Mitglied geworden sind. Von Eurem Vertrauen, gemeinsam mit anderen eine tarifliche Zukunft aufzubauen, lebt dieser Tarifvertrag.
  • Mit all den anderen Kolleg*innen, die noch nicht dabei sind, wollen ver.di-Mitglieder gern Kontakt aufnehmen.

Denn 2021 wird das Jahr der Prozente und dafür brauchen wir die Kraft der Vielen.