Ich will keine Einmalzahlung. Ich will jeden Monat eine Wertschätzung!

1400 Beschäftigte aus dem TÜV Nord, der GRS und dem TÜV Hessen haben sich an der Befragung beteiligt. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, aus dem wir ein repräsentatives Ergebnis und ein klares Stimmungsbild erstellen können.

Die Kernbotschaften aus allen Ergebnissen (Mitglieder und Nichtmitglieder) sind eindeutig:

Tariferhöhung

  1. Mehr als 75 % aller Befragten wollen eine prozentuale Gehaltserhöhung, die in die Tabelle einfließt. Im Umkehrschluss sind abzüglich der Enthaltungen 21% für eine Coronaprämie.
  2. Dementsprechend lehnen auch 84 % der Befragten die Coronaprämie in Höhe von 400 Euro klar ab. Knapp 13 % finden den Betrag und die Einmalzahlungen in Ordnung.

Damit ist die Botschaft der Befragung deutlich: Ablehnung der Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro, stattdessen soll eine tabellenwirksame Erhöhung her.

Aktionen

  1. 59 % der Befragten würden sich an gewerkschaftlichen Aktionen beteiligen.
  2. Für die Durchsetzung der Forderungen sind sogar 60 % bereit, sich an einem Warnstreik zu beteiligen.
  3. Einen Ganztagesstreik befürworten immerhin 47 Prozent der Befragten. Klar dabei ist, dass sich die Gewerkschaftsmitglieder mit einer Streikkasse im Rücken, aus der dann »Streikgeld« gezahlt wird, mehr zutrauen. 57 % würden ganze Tage streiken.

Hier soll auch nicht verschwiegen werden, dass einige Kolleg*innen sich einen Streik in Zeiten von Corona nicht vorstellen können. Ein sicherer Arbeitsplatz ist auch etwas wert - doch diese Meinung ist eine Minderheitenmeinung.

Auffällig ist, dass mehr Beschäftigte (demnach auch Nichtmitglieder) einen Streik gewerkschaftlichen Aktionen vorzuziehen.

In den vielen Kommentaren, die in einer repräsentativen Auswahl auf der Homepage www.tuev-verdi.de einsehbar sind, wird immer wieder betont, dass auch andere Themen auf die Agenda gehören:

  • Vielen ist die dauerhafte Absicherung von Kohle und Kanaren sehr wichtig.
  • Homeoffice als Beschreibung selbstbestimmten Arbeitens von zu Hause aus ist von vielen eine Herzensangelegenheit. Hier darf nicht der Arbeitgeber die Konditionen alleinig bestimmen, hier soll verdi eine Regelung am Tariftisch finden.
  • Bessere Absicherung im Alter ist zunehmend für Jüngere ein wichtiges Thema.
  • Viele möchten die gleiche Regelung für ein Dienstfahrrad, wie sie auch bereits für Dienstwagen besteht.

Was heißt das jetzt für die Verhandlungen am kommenden Freitag?

Das Jahr 2020 ist einerseits besonders zu behandeln, andererseits steigen die Lebensmittelpreise und die Einnahmen in den Kassen der TÜVs kommen an das Jahr 2019 heran oder toppen sie sogar. Wenn schon der Vorstand nicht an seinen Gehältern spart, warum sollen es dann die Beschäftigten tun?

ver.di hat einen klaren Auftrag aus der Befragung: eine tabellenwirksame Erhöhung durchzusetzen. Gleichzeitig wollen viele eine Wertschätzung für ihr Engagement in der Coronazeit, die weiter geht als ein warmer Händedruck.

Und die wichtigste Botschaft

Streik ist auch in Coronazeiten ein legitimes Mittel, um seine berechtigten Forderungen zu verdeutlichen.