Unzureichendes Angebot - Stellungnahmen von Beschäftigten

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Der TÜV Rheinland TIS/TWP/TRE hat die gewerkschaftliche Forderung von 6,1 Prozent für 12 Monate abgelehnt und seinerseits ein völlig unzureichendes Angebot unterbreitet.

Daraufhin erhielt die ver.di-Verhandlungskommission zahlreiche Anrufe und Zuschriften enttäuschter und empörter Kolleg*innen. Die allermeisten von ihnen fordern eine deutliche Verbesserung ihrer Vergütungen und sind auch bereit, sich dafür an Arbeitskampfmaßnahmen zu beteiligen. Im Folgenden dokumentieren wir eine Auswahl, die das Stimmungsbild repräsentiert.

Mehr zur aktuellen Lage in unserem Tarifinfo vom 12. Januar 2021.


Ausgewählte Kommentare von Beschäftigten zum Angebot der Arbeitgeber

Werte Verhandlungskommission,

vielen Dank für die Information vom 16. Dezember 2020 zur aktuellen Verhandlungsrunde. Als „neues“ ver.di-Mitglied äußere ich mich selbstverständlich zu dem Informationsschreiben.

Wie bereits in Ihrem Informationsschreiben geschildert, mangelt es nicht an Lob und warmen Worten zu den erbrachten Leistungen der vergangenen Monate. Unterstrichen wird das durch weitere mediale Statements wie z.B. der Videobotschaft, dem CEO-Letter und nicht zuletzt durch Danksagungen der lokalen Geschäftsfeldleiter.

Ein Absatz des CEO-Letter vom 18. Dezember 2020 beschreibt die erbrachten Leistungen aus meiner Sicht besonders treffend:

„…danken für Ihren Einsatz, für Ihre Bereitschaft, immer wieder das Beste für unser Unternehmen und unsere Kunden zu geben. Dafür, dass Sie unter diesen extrem schwierigen Rahmenbedingungen Ihre Leistung flexibel und zuverlässig erbringen und so zum Erfolg von TÜV Rheinland beitragen. Und dafür, dass Sie so umsichtig und wachsam in Ihrem beruflichen Umfeld mit der Pandemie umgehen.“

In der Tat sind wir als Sachverständige im Außendienst dauerhaft, mit dem gewohnten Engagement während der Corona-Pandemie beim Kunden im Einsatz. Trotz dieser Umstände erbringen wir unsere Leistung, erwirtschaften die gewohnten hohen Umsätze für die TIS und sind für die Kunden da, wenn sie uns brauchen. Ist den vorgestellten Umsatz- & Gewinnzahlen zu glauben, so sind wir nur geringfügig hinter dem Vorjahr. Wenn ich mich recht erinnere, lag das Ebit in 2019 zwischen 18 und 20 Prozent.

Dieses sehr positive Finanzergebnis mit stetigem Wachstum bedarf einer angemessenen Vergütung.

Die seitens des Arbeitgebers angebotene lineare Tariferhöhung um 1,4 Prozent bzw. 1,8 Prozent entspricht gerade einmal der Inflationsrate der vergangenen Jahre. Daher handelt es sich hier nicht um eine Gehaltserhöhung, geschweige denn um eine den Ergebnissen entsprechende lineare Erhöhung, sondern um Inflationsausgleich. Das ist bloße Augenwischerei und sollte dementsprechend auch so bezeichnet werden. Zusammen mit dem Jahr 2020 sind das drei Jahre, in denen keine spürbare Tariferhöhung stattgefunden hat. Dies wirkt sich nicht positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit und die tatsächliche Wertschätzung, abseits von warmen Worten und Keksen, aus.

Zukünftig wird diese Entwicklung auch das Mitarbeiterwachstum im Geschäftsfeld I.03 nicht fördern, da schon jetzt die Vergütung und weitere Rahmenpunkte, wie die Arbeitszeit, für Ingenieure eher mittelmäßig im Vergleich zur Privatwirtschaft sind. Auch der „Pluspunkt“ Home Office bzw. mobiles Arbeiten von zu Hause ist aufgrund des sich insgesamt veränderten Arbeitsumfeldes kein hervorzuhebendes Argument mehr.

Bleiben Sie bitte weiterhin bei Ihrer Forderung von 6,1 Prozent für 12 Monate, schließlich sind wir „die besonderen“.

Mit freundlichen Grüßen


Wenn ich das Angebot für 2021 und 2022 von 1,4 Prozent bzw. 1,8 Prozent Erhöhung der Vergütungen sehe, ist es für mich unfassbar, mit welch einer Selbstverständlichkeit Herr Hüther und Herr Fübi uns die Hucken voll loben. Doch für Lob bekomme ich meinen Kühlschrank nicht gefüllt. Konkret bedeutet dieses Angebot für die nächsten zwei Jahre, nach einer Nullrunde in 2020, eine Erhöhung unterhalb der Inflation, also eine Lohnkürzung. Für meine Bereitschaft, mich jeden Tag den Gefahren der Pandemie verstärkt bei der Arbeit auszusetzen, bekomme ich als Lohn also einen Tritt in den Hintern. Danke!!

Hat unsere Firmenleitung immer noch nicht begriffen, dass das größte Kapital eines Dienstleisters keine Maschinen oder der Ruf sind, sondern gute, motivierte Mitarbeiter?

Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrte Damen und Herren,

erstmal nochmals vielen Dank , dass Sie sich so für uns Arbeitnehmer einsetzen!

Das Angebot des Arbeitgebers finde ich auch sehr unverschämt und zeigt eigentlich, was der Arbeitgeber von uns und unserer Arbeitsleistung denkt. Auch schon in den vergangenen Jahren waren die Tarifabschlüsse eigentlich auch schon nicht den Arbeitsergebnissen entsprechend honoriert. Aber dieses Angebot ist nicht mehr tragbar, und ich finde, es müssten nun wirklich gravierendere Maßnahmen erfolgen, ansonsten werden Sie als Arbeitnehmervertreter auch nicht mehr glaubwürdig. Ich wäre hier für einen Arbeitsstreik aller Prüfsachverständigen!


Liebe ver.di-Vertreter,

vielen Dank für das unermüdliche Engagement für alle Mitarbeiter der Industrie-Sparte. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher ver.di nicht beigetreten bin. Die zähen Verhandlungen und das Wegfallen der Gehaltserhöhung in 2020 haben mir jedoch gezeigt, wie wichtig es ist, dass es Euch gibt. Sprich: In 2021 werde ich Mitglied bei ver.di werden, damit hinter den Verhandlungen auch genug Stimmen stehen.

Die Vorschläge seitens des Arbeitgebers weichen so stark von den ver.dis ab, dass ich den Abbruch der Verhandlungen befürworte.

Vielen Dank und schöne Feiertage


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen des TÜV Rheinland,

sprachlos war ich auch einen kurzen Moment, aber nicht wegen des Angebots der Arbeitgeber, sondern wegen der völlig überzogenen Forderungen Eurerseits.

Gut 6 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr erinnert an die Abschlüsse in den 70-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Bei der damaligen Inflation und dem Wirtschaftswachstum waren solche Erhöhungen möglich, allerdings auch für die danach folgende Wirtschaftskrise mitverantwortlich.

Das Angebot der Arbeitgeberseite ist eine gute Basis, um realistische Anpassungen zu verhandeln.

Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Verhandlungskommission,

zunächst einmal möchte ich mich bei Ihnen für den Einsatz und die Arbeit rund um die Tarifverhandlungen bedanken.

Weiterhin möchte ich die Gelegenheit nutzen, meine Einschätzung mitzuteilen:

Wir befinden uns mitten in einer Pandemie, deren wirtschaftliche Auswirkungen wir noch nicht ganz abschätzen können.

Daher erscheint mir ein moderater Tarifabschluss (im Bereich von 2 bis 2,5 Prozent für 2021) sinnvoll und angemessen.

Andererseits erscheint auch mir eine Laufzeit von 12 Monaten angemessen, dies ermöglicht für 2022 einen realistischeren Tarifabschluss.

Eine moderate Lohnerhöhung ist allemal besser als eine neue Null-Runde. Sollte sich die wirtschaftliche Situation stabilisieren, gibt es für 2022 wieder mehr Spielraum.

Mit freundlichem Gruß / Kind Regards


Hallo,

(...) wenn das wahr ist, was Sie da schreiben, dann haut das doch glatt dem Mitarbeiter den Boden unter den Füßen weg. Man darf doch bitte nicht vergessen, dass wir uns täglich, bedingt durch die Art unserer Tätigkeit, einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen und trotz der momentanen allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage in unserem Land es geschafft haben, dass die TIS fast unbeschädigt diese Pandemie meistert.

Die Nullrunde für 2020 habe ich ja noch, wenn auch zähneknirschend, akzeptieren können. Aber das hier ist gelinde gesagt: eine bodenlose Sauerei!

Auch wenn die TIS die „cashcow“ des Konzern ist, so heißt das meiner Meinung nach noch lange nicht, dass man diese und damit diejenigen, die das erst ermöglichen, melken kann bis nichts mehr kommt, ohne vorne ein gehöriges Maß an Futter reinzuschieben. Denn macht man das nicht, dann kommt da bald auch nichts mehr raus.

Und mal ganz ehrlich: Wenn es dem Konzern als Ganzem nicht so besonders gut geht, dann liegt das bestimmt nicht an den Mitarbeiter*innen der TIS, sondern an Fehlern im oberen Management. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen mal wieder darauf besinnen, wer dieses Unternehmen dahin gebracht hat, wo und wofür es heute steht (Stichwort: DÜV)!

Sollte es also tatsächlich zu einem, wie von der Geschäftsführung gewünschten, Abschluss kommen, braucht man sich doch nicht wundern, wenn das zu Unmut in der Belegschaft, wenn nicht sogar zu weiter führenden Konsequenzen, führt. Ich für meinen Teil jedenfalls, weiß, was ich dann machen werde.

Mit freundlichen Grüßen


Hallo,

ich finde das Arbeitgeber-Angebot nicht großzügig, aber fair. Mit ein wenig Verhandlung kommen vielleicht 1,5 Prozent und 2 Prozent heraus.

Es müssen nicht immer Maximalforderungen gestellt/durchgesetzt werden.

Danke für Euer Engagement.

Liebe Grüße


Liebes verdi-Team,

das Angebot unseres Arbeitgebers von 1,4 bzw. 1,8 Prozent hat mich in der Tat sprachlos gemacht.

Vielmehr sogar verärgert.

Reden kann der Arbeitgeber ja viel („toller Job der Belegschaft“ und „super Einsatz“), aber dann müssen auch Taten folgen – in Form einer akzeptablen Tabellenerhöhung!

Ein schöner Präsentkarton zu Weihnachten ist ja nett, aber deutlich nicht genug.

Als Mitglied in unserem Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit unseres lokalen Betriebsrates werden wir wahrscheinlich uns auch an die Belegschaft wenden.

Im Sinne von:

Mehr Gewerkschaftsmitglieder in der Belegschaft = starke Gewerkschaft = bessere Abschlüsse

Bleibt gesund!

Und vielen Dank für Euren Einsatz!

Gruß


Liebe Kollegen aus der ver.di-Verhandlungskommission,

zuerst einmal möchte ich mich bei euch allen für euren Einsatz, Empathie und wirklich tolle Arbeit bedanken. Danke dafür!!!

Mittlerweile finde ich kaum Worte für das Geschäftsgebaren und den Führungsstil unserer Geschäftsleitung.

Bedauerlicherweise kooperiert die Geschäftsleitung weder, noch zeigt sie ernsthafte Verhandlungsbereitschaft für einen erforderlichen und notwendigen Interessensausgleich der Mitarbeiter.

Für mich nicht nachvollziehbar ist diese wirklich ungerechte und doch mittlerweile „unverschämte“ Behandlung!

Deswegen befürworte ich die Durchführung eines Arbeitskampfes!!!

Beste Grüße


Hallo liebe ver.di-Verhandlungskommission,

vielen Dank, dass Ihr Euch so stark für uns einsetzt. Es ist ein sehr trauriges Angebot, das sich der Arbeitgeber da erlaubt hat. Ich bin mir sicher, dass die Konkurrenz die Chance nutzen wird, um viele wertvolle Kollegen von uns abzuwerben.

Aus meinem persönlichen Umfeld von Freunden und Kommilitonen mit Ingenieursabschluss höre ich immer wieder sehr hohe Einstiegsgehälter/Wechselgehälter (teilweise mehr als 75.000 Euro brutto/ Jahr), was mich stutzig macht. Und ich frage mich, warum der TÜV Rheinland gerade bei den Ingenieuren so massiv sparen will… Ohne uns läuft hier gar nichts…

Vielleicht wäre ein Streik oder eine Postkarten-Aktion notwendig, um den Vorstand darauf aufmerksam zu machen.

Viele Grüße


Hallo zusammen,

zunächst vielen Dank für Eure Infos.

Ich bin 56 und trotzdem „junge“ SV und bin daher – im Gegensatz zu manch anderen – nicht gut eingestuft sondern im jetzigen Tarif und kann mir mit Mühe eine Drei-Zimmer-Wohnung leisten.

Die Dankesschreiben der Geschäftsführung empfinde ich nur noch als blanken Hohn. Wenn der Dank nicht mit Geld begleitet wird, ist er nichts wert.

Das Angebot der Arbeitgeber ist eine Frechheit.

Die Tarife beim TÜV sind gegenüber IGM oder ZVEI weit im Hintertreffen.

Die Bemessungsgrenze – als Maß für die durchschnittlichen Lohnsteigerungen – steigt und steigt und auch für 2021 deutlich.

Vor allem für die Leute an der Corona-Front – wie mich – ist das Angebot ein Schlag ins Gesicht.

Ich wäre für einen längeren Streik – obwohl nicht ver.di-Mitglied – bereit.

Ich halte auch von den Fähigkeiten der Geschäftsführung gar nix mehr.

Mit freundlichen Grüßen


Guten Abend,

die Nullrunde und das Angebot von ar.di ist mehr als eine absolute Frechheit!

Ich bin mit dem Angebot von ar.di definitiv NICHT einverstanden.

Meiner Meinung nach sollte man dem Verhandlungs“partner“ ar.di aufzeigen, dass ver.di ein ernstzunehmender Verhandlungspartner ist!

Ich bin zu einer Arbeitsniederlegung bereit.

Mit freundlichen Grüßen