Solidarität mit Peggy – gegen Betriebsrats-Bashing bei BUREAU VERITAS

Seit knapp einem Jahr wird gezielt versucht einzelne Betriebsratsmitglieder unter Druck zu setzen, um betriebliche Mitbestimmung zu verhindern. So wird die stellvertretende Betriebsrats- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peggy Prescher mit konstruierten Abmahnungen traktiert, der Anstiftung zur Lüge bezichtigt und aufgrund von angeblichem, „querulatorischem Verhalten sowie unterstellter, individualrechtlicher Beratung von Mitarbeitern“ mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert.

Das Unternehmen war sich selbst für Gehaltskürzungen um 8,56 Euro wegen angeblich nicht erforderlicher Betriebsratsarbeit zu schade und zog damit vor Gericht – erfolglos.

Das zeigt deutlich: der Betriebsrat wird in seiner gesetzlich verankerten Aufgabe und Amtsausübung massiv behindert. Amtsenthebungsverfahren gegen Mitglieder des Betriebsrats offenbaren eine neue Qualität der Verhinderungsstrategie von betrieblicher Mitbestimmung, die keinesfalls Schule machen darf. Das können und wollen wir so nicht hinnehmen.

Wir fordern daher alle Betriebsräte auf, sich aktiv mit dem Betriebsrat der Bureau Veritas Consumer Products Services Germany GmbH zu solidarisieren und sich derartigen Arbeitgeber-praktiken entgegenzustellen.

Gerade ein Prüf- und Zertifizierungsdienstleister, dessen Tätigkeitsschwerpunkt darin besteht, die Einhaltung geltender Gesetze, Vorschriften und Normen anzuwenden bzw. zu überwachen, sollte das Betriebsverfassungsgesetz nicht missachten.

Wir sehen mit Empörung die Grundlagen betrieblicher Mitbestimmung gefährdet und solidarisieren uns mit den BetriebsratskollegInnen der Bureau Veritas Consumer Products Services Germany GmbH. Gehe zu Solidarität und Unterschriftenliste

 
Zum Hintergrund

Am Hamburger Standort der Bureau Veritas Consumer Products Services Germany GmbH, einem Prüf- und Zertifizierungsdienstleister der Bureau Veritas Holding Gruppe, wurde im Jahre 2012 mit der Unterstützung von ver.di erstmalig ein 5-köpfiger Betriebsrat errichtet.

Dank der engagierten Hamburger Arbeitnehmervertreter kam es auch an anderen Unternehmensstandorten (Türkheim/Bayern, Schwerin/Mecklenburg-Vorpommern) zu weiteren Betriebsratsgründungen. In Folge dessen wurde Anfang 2015 ein Gesamtbetriebsrat installiert.
Zuvor gründete sich 2013 ein Europäischer Betriebsrat. Seit Februar diesen Jahres existiert zudem ein Konzernbetriebsrat.

Eine Betriebsrats-Erfolgsstory, die dem Arbeitgeber ein Dorn im Auge zu sein scheint, denn noch vor vier Jahren herrschte bei Bureau Veritas – im Gegensatz zu namhaften Mitbewerbern des Unternehmens – weitestgehend Mitbestimmungsfreiheit.